Der Fisch stinkt vom Kopf

Erstellt von Daniel Terwersche am Dec 1, 2020 7:30:00 AM

Da gibt es doch diese Redewendung: Der Fisch stinkt vom Kopf.

Und in der Tat erleben wir immer wieder das Gleiche. So wie sich der Kanzleiinhaber verhält, so funktioniert auch die Kanzlei.

 

1. Beispiel:
  1.  

Wenn ein Kanzleiinhaber im Erstgespräch ist und die Engpässe erfragt werden, folgen häufig dieselben Aussagen:

„Als Inhaber arbeite ich 60 oder 70 Stunden pro Woche in der Kanzlei.“

„Die Mitarbeiter sind total unselbstständig und stellen Fragen, die sie sich selbst hätten beantworten können.“

„Nie habe ich mal die Ruhe strategisch an der Kanzlei zu arbeiten, weil ich immer für alles verantwortlich bin.“

 

In diesen Fällen frage ich:

„Wer macht eigentlich morgens die Post in der Kanzlei auf bzw. wer sichtet diese zuerst und verteilt dann weiter?“

Die meist genannte Antwort ist: …Trommelwirbel… „Das mache ich als Chef.“

Wenn also ein Steuerberater in seiner eigenen Kanzlei mit – sagen wir mal – acht Angestellten es nicht hinbekommt den Eingangspost-Prozess abzugeben, wie soll denn dann eigenständiges Arbeiten möglich sein? Als Kanzleiinhaber die Kontrolle abgeben zu können, ist ein großer Schritt in die Selbstbestimmtheit in der eigenen Kanzlei.

 

  1. 2. Beispiel:
  2.  

Die Kanzleileitung beschwert sich häufig, dass die neuen Systeme nicht angenommen werden. Zum Beispiel wird das DMS gar nicht richtig genutzt, ProCheck oder andere Prozesslösungen finden fast nie Anwendung und die digitale Zusammenarbeit mit den Mandanten wird auch nicht ausgebaut.

 

Dann sollte man sich als Kanzleiinhaber die Frage stellen:

„Nutze ich das als Kanzleiinhaber denn?“

 

Fast immer kommt die Antwort:

„Ich brauche mein Papier. Ich bin das so gewohnt. Solange die Systeme nicht so laufen, wie ich es mir vorstelle, arbeite ich erst mal so weiter, wie ich es kenne. Ach ja, und meine Mandanten möchten auch lieber mit Pendelordner arbeiten.“

 

Zugegeben, sind diese Beispiele extrem. Tendenziell geht es aber genau in diese Richtung.

Wichtig ist, dass der Faktor eins beherzigt wird. Der Chef geht immer vorne weg. Er gibt den Takt an. Er bleibt konsequent und stellt das Positive an der Veränderung stets allen Mitarbeitern vor. Gerade in Steuerkanzleien ist ein Leader gefragt. Ein Macher, dem man vertrauen kann.

Thema: Quick Win

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